Produktlebenszyklusmanagement (eng. : Product-Lifecycle-Management – PLM) ist kein Produkt, sondern eine integrierende Unternehmensstrategie für Unternehmensprozesse, IT-Systeme, Organisationseinheiten, Ressourcen sowie Produktdaten entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Das integrative Ziel einer PLM-Strategie ist dabei die prozessrelevante Kopplung der eingesetzten IT-Anwendungen (PDM, ERP, CAQ, MES etc.), so dass alle im Produktlebenszyklus entstehenden Produktdaten am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, in der entsprechenden Qualität und Quantität zur Verfügung stehen.
Die Verfügbarkeit der Produktdaten in allen Produktlebensphasen scheitert heute jedoch daran, dass die Produktkomponenten und dazugehörigen Produktdaten lediglich in den frühen Phasen des Produktlebenszyklus, also in den Phasen der Entwicklung und Konstruktion, eine Einheit in Form eines virtuellen Produktes bilden. In den späteren Phasen des so genannten Product-Lifecycles hingegen, sprich in der Fertigung, Nutzung und Entsorgung, kommt es zur Trennung des physischen Produktes von den zugehörigen Produktdaten (Bild 1). Änderungen, Produktionshistorie, Qualitätsinformationen und andere Produktdaten sind jetzt nicht mehr direkt verfügbar.
An dieser Stelle können sich produzierende Unternehmen mit der innovativen RFID-Technologie enorme Potenziale erschließen. Denn gerade hier bieten die Einsatzmöglichkeiten der neuen RFID-Technologie bei der Zusammenführung des realen Produktes mit den Produktdaten ein enormes Innovationspotenzial und somit fast grenzenlose Zukunftsperspektiven. Über die eindeutige Produktnummer auf einem RFID-Tag ist der schnelle Zugriff auf Produktinformationen möglich, die in einer IT-Applikation abgelegt wurden. Die Potenziale der RFID-Technologie im PLM-Kontext lassen sich sehr anschaulich anhand des folgenden Beispiels aus der Automobilindustrie verdeutlichen. Betrachtet wird der gesamte Prozess - von der Auftragserteilung bis zur Entsorgung eines Fahrzeugs.