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ebigo-Abendevent mit Wirtschaftsminister Ernst Pfister

IT als Innovationsmotor


Hier können Sie die wichtigsten Punkte aus der Rede des Wirtschaftsministers und stellvertretenden Ministerpräsidenten Ernst Pfister nachlesen, die am 10. Mai 2005 in der Industrie- und Handelskammer Ulm gehalten wurde.

Ich bin gerne in die Stadt gekommen, die im Prognos Zukunftsatlas 2004 zu den "Stillen Stars" gehört. Und die Region zwischen Alb und Bodensee ist nach Stuttgart die forschungsintensivste Region im Land. Ich freue mich auch, dass ich heute hier in der IHK in Ulm, die in diesem Jahr ihr 150-jähriges Jubiläum feiert, zum Thema "IT als Innovationsmotor für den Mittelstand" sprechen kann. Denn dieses Thema ist für die Wirtschaft Baden-Württembergs wichtig und damit selbstverständlich auch für mich, als Wirtschaftsminister. Endlich scheinen "die Zeiten der Dürre" für IT- und Telekommunikations-Produkte und –Dienstleistungen endgültig überwunden zu sein. Eine konsequente Erholung des Marktes kann festgestellt werden. Nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom ist das Marktvolumen des deutschen ITK-Marktes 2004 auf rund 130 Milliarden Euro gewachsen. Dies entspricht einem Plus von 2,6 Prozent. Nach Schätzungen des Verbandes wird in diesem Jahr sogar ein Marktvolumen von 135 Milliarden Euro, also ein Plus von 3,4 Prozent erreicht werden können.

Mit über 300.000 Beschäftigten in ca. 22.000 IT- und Medienunternehmen gehört Baden-Württemberg zu den führenden Informations- und Medienstandorten weltweit und ist für die künftigen Herausforderungen bestens positioniert. Die Informationstechnologie ist ein entscheidender Innovationsmotor für die Wirtschaft.
Im Bereich Unternehmenssoftware belegt Baden-Württemberg weltweit Platz 2 hinter dem Silicon Valley. Nicht beliebige Massenware, sondern Produkte der mittleren und gehobenen Klasse sind das Aushängeschild der baden-württembergischen Wirtschaft. Kein Unternehmer kauft ein Softwarepaket zum Selbstzweck! Sie werden von den Unternehmen benötigt, um die Geschäftsprozesse einfacher, schneller und somit kostengünstiger durchführen zu können. Es gilt sich gegenüber der Konkurrenz Marktvorteile zu erschließen. Informations- und Kommunikationstechnologie ist deshalb weiter auf dem Vormarsch: Über 60 Prozent unserer Bürger sind online. Über 80 Prozent der Kommunen sind im Netz. Fast alle Betriebe nutzen die neuen Medien. IT-Produkte sind allgegenwärtig und in vielen Bereichen unverzichtbar. So berichten zum Beispiel Forschungschefs großer Automobilkonzerne, dass Elektronik heute der wesentliche Treiber für 90 Prozent aller Innovationen in der Branche ist. Automobile werden durch immer mehr Hard- und Softwarekomponenten zu rollenden Rechenzentren. E-Business und IT automatisieren, beschleunigen und integrieren Unternehmensprozesse. Der weltweite Fluss von Waren, Kapital und Informationen ist von IT ebenso abhängig wie ein funktionierender globaler Wettbewerb. Viele Fertigungsunternehmen führen heute bereits über 50 Prozent ihrer Wettbewerbsvorteile auf integrierte Softwarelösungen zurück.

"Es gilt heute die Gleichung kein E-Business = kein Erfolg"

Unternehmen, die wenig bis gar kein E-Business nutzen, haben laut einer Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit ihre Vorgaben in Form von Gewinn, Mitarbeiterwachstum und generelle Zielerreichung weniger häufig realisieren können. Auch kleine und mittelständische Unternehmen profitieren vom elektronischen Geschäftsverkehr. Gerade diese kleinen und mittelständischen Unternehmen sind es, die das wirtschaftliche Rückrat des Landes Baden-Württemberg bilden. Sie stellen weit über 90 Prozent aller Unternehmen, bieten zwei Drittel aller Arbeitsplätze an, bilden vier von fünf Lehrlingen aus und erwirtschaften mehr als die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts. Umso wichtiger ist es, dass die kleinen und mittelständischen Unternehmen die Chancen ausschöpfen, die Informationstechnologie und E-Business ihnen im Wettbewerb bieten.

Die mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg haben diese Notwendigkeit längst erkannt. Denn sie liegen beim Einsatz von IT- und E-Business-Lösungen im bundesweiten Vergleich an der Spitze, so die Studie "Internet und E-Business im Mittelstand 2004", die IBM und das Unternehmermagazin Impulse gemeinsam durchgeführt haben. Nach der regionalen Trendauswertung für Baden-Württemberg setzen 48 Prozent der mittelständischen Unternehmen E-Business-Lösungen ein. Damit liegt der Südwesten deutlich über dem bundesweiten Schnitt von 41 Prozent und hat sich in den vergangenen zwei Jahren um 16 Prozent gesteigert. Internet und E-Business gehören zum Standard im Mittelstand, so verzichtet heute in Baden-Württemberg praktisch kein Unternehmen mehr auf E-Mail und Internetzugang. 92 Prozent sind bereits mit einer eigenen Homepage im Internet vertreten. Damit liegt Baden-Württemberg nochmals deutlich über dem bundesweiten Schnitt. In den nächsten Jahren werden aufwändigere E-Business-Anwendungen deutlich an Bedeutung gewinnen. Auch die kleineren Unternehmen nutzen das Internet intensiv als Informations- und Kommunikationsmedium, aber insbesondere bei der Umsetzung von speziellen E-Business-Lösungen treten vielfach noch Probleme auf. Auch der Staat muss seine Dienstleistungen auf elektronischem Wege anbieten.

"E-Government muss weiter ausgebaut werden"

Baden-Württemberg hat deshalb das bundesweit erste gemeinsame staatlich-kommunale Verwaltungsportal www.service-bw.de freigeschaltet. Es erleichtert Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaftsunternehmen, Verbänden und Institutionen den elektronischen Zugang zur Verwaltung in Baden-Württemberg. Ein gutes Beispiel dafür ist das elektronische Gewerberegister in Baden-Württemberg, das schon viele Kommunen anbieten. Wir können und dürfen uns nicht auf erzielten Lorbeeren ausruhen: Denn es gilt immer wieder neue Herausforderungen zu bewältigen. Der Erhalt unseres Wohlstandes und die Schaffung neuer Arbeitsplätze können nur gelingen, wenn wir auch weiterhin Motor der Entwicklung sind. Innovationen entstehen besonders an Schnittstellen zwischen verschiedensten Technologien, zwischen Institutionen und Anwendungsfeldern. Ziel muss es also sein, die in der Forschung entwickelten Lösungen möglichst schnell und effizient auf den Markt zu bringen und der Wirtschaft zugänglich zu machen. Hier setzt die Politik in Baden-Württemberg, die traditionell Politik für den Mittelstand ist, an. Institute der wirtschaftsnahen Forschung haben für den Technologietransfer besondere Bedeutung. Diese Institute sind entscheidend für die Entwicklung von Spitzenprodukten und damit an den herausragenden wirtschaftlichen Leistungen unseres Landes beteiligt.

Deshalb unterstützt unsere nachhaltige, vorausschauende und damit strategische angelegte Wirtschafts-, Technologie- und Forschungspolitik die Forschungsinfrastruktur im Bereich der wirtschaftsnahen Forschung. Mit der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg hat das Land bereits 1995 gemeinsam mit dem SWR ein Kompetenzzentrum für Medien, IT, High Tech und die Film- und Kinolandschaft gegründet. Mit der MFG besitzt das Land ein einzigartiges Kompetenzzentrum für IT und Medien. Das Land hat die IT- und Medienoffensive doIT gestartet, bei der die IT- und Medienbranche und das Land an einem Strang ziehen. Ziel dieser Initiative ist es, die Rahmenbedingungen für die IT- und Medienbranche im Land zu optimieren. Sie beinhaltet ein Maßnahmepaket im Umfang von 430 Mio. € für den Ausbau des IT- und Medienstandorts Baden-Württemberg. Der Großteil dieses Budgets wird in Infrastrukturmaßnahmen an Hochschulen, in der Lehreraus- und fortbildung im Umgang mit neuen Medien sowie in die berufliche Ausbildung investiert. doIT ist Plattform für alle, die im IT- und Medienbereich aktiv sind und sich in der Branche oder für sie engagieren. Im Rahmen dieser Initiative fördert das Wirtschaftsministerium die Mittelstandsinitiative ebigo.de. Durch die zentrale IT-Dienstleisterdatenbank von ebigo.de werden die mittelständischen Anwender mit den entsprechenden kompetenten Anbietern zusammengeführt. In diesem Zusammenhang möchte ich besonders der IHK Ulm für die gute Zusammenarbeit danken. Nur so war es möglich, über 11.000 Dienstleister präsentieren zu können. Mit ebigo.de hat das Land eine Plattform geschaffen, die dem Mittelstand neue Impulse beim Einsatz von Informationstechnologie geben wird.

"Netzwerken kommt in Zukunft eine noch größere Bedeutung zu"

Ein wichtiges Beispiel für ein Netzwerk der Wirtschaft ist die im März diesen Jahres von der MFG initiierte Linux Solutions Group zu nennen, eine Open Source Kooperationsplattforum für den deutschsprachigen Raum, mit 29 Gründungsmitgliedern, insbesondere Software-Firmen und Anwenderunternehmen. Im Rahmen des Netzwerkes werden praxisorientierte Open Source Lösungen entwickelt, von denen auch kleine und mittelständische Unternehmen profitieren werden. Auch dies ist ein Stück konkret umgesetzte und gelebte Standortentwicklung. Ein weiterer Beleg für die erfolgreiche Arbeit von Netzwerken ist die vorher bereits aufgezeigte positive Entwicklung beim Einsatz von E-Business und IT in kleinen und mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg. Diesen Trend unterstreicht auch der Erfolg der Initiative "ebigo.de – E-Business. IT. Antworten für den Mittelstand" des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg.



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