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E-Learning

Trend: Lernen am Computer ersetzt traditionelle betriebliche Fortbildung


Der schnelle Wandel in den Bereichen Technik und Wirtschaft, der wachsende Konkurrenzdruck auf globalisierten Märkten, die Technisierung der Arbeitsplätze und der hohe Innovationsbedarf durch immer kürzere Produktlebenszyklen stellt heute völlig neue Anforderungen an das Lernen und die betriebliche Aus- und Weiterbildung. Die Zeiten, in denen eine Ausbildung für ein ganzes Berufsleben ausreichte, sind längst vorbei. Doch ist es einem Großteil der Betriebe nicht möglich, seine Mitarbeiter kontinuierlich auf Präsenzseminare zu schicken. Hohe Kosten, aber auch die langen Ausfallzeiten der Mitarbeiter können in der Regel von den Unternehmen nicht kompensiert werden. Innerbetriebliches Lernen auf Computer- oder Internet-Basis, also das sogenannte E-Learning, können hier Abhilfe schaffen.


Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten, wie E-Learning in die Tat umgesetzt werden kann. Die wohl am meisten verbreitete E-Learning-Form ist Computer Based Training (CBT). In der Regel sind hier die Kursmaterialien auf Datenträgern wie CD-ROM, DVD-ROM oder Diskette gespeichert. Der Lernende schiebt den Datenträger, der meist wie ein Schulbuch aufgebaut ist, in sein CD-ROM- oder Diskettenlaufwerk und schon kann es losgehen.

Allerdings sind CBTs - ähnlich wie Schulbücher - nicht veränderbar. Führt beispielsweise ein Zulieferer im Automobilbereich ein neues Produkt in seinem Sortiment ein und will er seine Mitarbeiter via CBT über dieses Produkt schulen, muss ein neuer Datenträger konzipiert werden. Daher - und weil immer mehr deutsche Unternehmen über einen Internet-Anschluss verfügen - geht der Trend immer mehr in Richtung E-Learning via Internet bzw. via Intranet, also einem unternehmensinternen Netzwerk.

Auch hier gibt es wieder unterschiedliche Möglichkeiten, sich fortzubilden. So können die Lernenden beispielsweise - ähnlich wie beim CBT, nur dass die Lernmaterialien nicht auf einem Datenträger, sondern auf einem zentralen Server gespeichert sind - die Kurse für sich alleine durchexerzieren. Der große Vorteil des Internets gegenüber dem CBT ist jedoch die Feedback-Möglichkeit durch einen Lehrer (im E-Learning-Bereich auch Tutor genannt). Diesem Tutor können bei Problemen via E-Mail oder Chat Fragen gestellt werden, er kann motivierend eingreifen oder solche Übungen kontrollieren, die sich durch standardisierte Computerauswertungen nicht als richtig oder falsch zu bewerten sind. Manche Online-Kurse bieten dann auch noch die Möglichkeit sogenannter virtueller Klassenzimmer. Darunter versteht man eine Art Chatroom, in dem sich die Lernenden untereinander und mit dem Tutor austauschen können, um die Einsamkeit des Lernens zu durchbrechen.

Vorteile von E-Learning

Als Hauptmotive für die Einführung von E-Learning nennen die meisten Unternehmen die hohe Verfügbarkeit und die Flexibilität in der Gestaltung der Lernprozesse. So können in vielen Unternehmen die Mitarbeiter sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Hause oder in einem entsprechenden Schulungsraum lernen und die jeweiligen Einheiten auch in ihren Tagesablauf integrieren. Auch erlauben E-Learning-Systeme bedarfsgerechtes und zeitnahes Training. Führt beispielsweise ein Handelsunternehmen ein neues Produkt ein, kann dieses seine Vertreter dank E-Learning unmittelbar und ohne großen Aufwand schulen.

Auch die Kosten spielen in den Überlegungen mit. Abgesehen vom Implementierungsaufwand sehen die meisten Unternehmen ein großes Einsparungspotenzial durch den Wegfall von Reise- und Hotelkosten und durch die Minimierung von Fehlzeiten am Arbeitsplatz. Auch Seminargebühren und Trainer müssen so nicht mehr bezahlt werden. Ferner wird dem E-Learning durch seine viele Sinne ansprechende und auf den Anwender individuell zugeschnittene Methodik ein größerer Lernerfolg bescheinigt. Im Idealfall können Inhalte bei Bedarf immer wieder abgerufen und bearbeitet werden - ohne sich vor den Kollegen bloßzustellen.

Nachteile von E-Learning

Doch trotz aller Vorteile gibt es auch negative Aspekte im Bereich E-Learning, die ein Unternehmen berücksichtigen sollten. So eignen sich viele der heute angebotenen Lösungen für Mittelständler nur bedingt, weil sich die Investition in die Entwicklung und Implementierung einer eigenen Plattform im Verhältnis zur Zahl der zu schulenden Mitarbeiter nicht lohnt. Kein Wunder also, dass viele Studien immer wieder konstatieren, dass es derzeit vor allem Großunternehmen sind, die E-Learning-Systeme einsetzen. Auch die Qualität der angebotenen Lösungen lässt in vielen Fällen noch stark zu wünschen übrig, sowohl was die Technik, als auch, was die didaktische Aufbereitung der Lehr- und Lernmaterialien betrifft.

Auch die thematische Bandbreite der angebotenen digitalen Kurse ist derzeit noch beschränkt. Da E-Learning im Ursprung ein Kind der Computer- und Informationstechnologie ist, wundert es nicht, dass der Schwerpunkt der Schulungsthemen noch EDV-orientiert ist. In Zukunft werden aber verstärkt Inhalte aus Betriebswirtschaft, Management, Sprachen und sogenannte "Soft Skills" wie beispielsweise Teamfähigkeit, Organisationstalent oder Teamfähigkeit nachgefragt und auch angeboten werden. In den kommenden Jahren rechnen Experten mit einer Verdreifachung der nicht IT-spezifischen Schulungsinhalte, wobei Produktschulungen eine besondere Rolle zukommt. Allerdings wird es auch in der Zukunft weiterhin Bereiche geben, die sich überhaupt nicht für die Form des E-Learning eignen. Wer beispielsweise kommunikative Fähigkeiten trainieren möchte, wird immer ein menschliches Gegenüber brauchen, das in Echtzeit auf den Schulungsteilnehmer reagiert.

Kritisch anzumerken ist nicht zuletzt auch, dass E-Learning sich nicht für jeden Typ von Mitarbeiter eignet, da diese Lernform ein hohes Maß an Eigenmotivation erfordert. Der Lernende lernt in einer anonymen Situation, er kann nicht direkt beim Lehrer nachhaken, wenn er etwas nicht versteht, oder sich in der Kaffeepause mit anderen Kollegen austauschen. Für manchen Schulungsteilnehmer kann dies eher frustrierend wirken, vor allem dann, wenn dazu auch noch technische Barrieren kommen. Datenschutzexperten befürchten noch eine weitere negative Auswirkung: Dadurch, dass die Systeme die Lernpfade der Schüler speichern, können E-Learning-Plattformen auch zum gläsernen Mitarbeiter führen.

Der Königsweg ist eine Mischung

Um E-Learning in ein bereits bestehendes Schulungsprogramm zu verankern, setzt etwa die Hälfte der Unternehmen daher das elektronische Lernen in Kombination mit bewährten Präsenzseminaren ein. E-Learning dient damit als Vorbereitung auf die eigentlichen Seminare, als zusätzliche Möglichkeit, das Erlernte zu üben und umzusetzen, aber auch als “sozialer Puffer”, mit dem Mitarbeiter die Stellen anonym wiederholen können, bei denen sie sich im Seminar nicht nachzufragen trauten.. Gerade jene Teilnehmer, die bei herkömmlichen Präsenzseminaren eher verhalten agieren, bringen sich bei interaktiven Lösungen wie beispielsweise bei Lernportalen deutlich aktiver ein.

Next Stepps für Mittelständler

Wer die Möglichkeiten des E-Learnings für sich ausprobieren möchte, sollte dies zuerst bei einem der Bildungs-Portale tun, die im Internet angeboten werden. So hat beispielsweise die Industrie- und Handelskammern (IHK) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) eine Online-Akademie für kleine und mittlere Unternehmen mit unterschiedlichen Online-Kursen ins Leben gerufen. Wer dieser Form des Lernens zuspricht, kann anschließend einen auf Online-Learning spezialisierten Anbieter nach Angeboten fragen, wie seine spezifischen Lerninhalte computergestützt aufbereitet werden können.



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