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Content Management

Helferlein für die redaktionelle Website-Betreuung


Begrüßen Sie Ihre Internet-Besucher auf der Homepage auch noch mit Inhalten, die seit dem Launch der Website - sagen wir im Jahr 2000 - nicht mehr geändert wurden? Oder halten sich in den tieferen Ebenen ihres Internet-Auftrittes hoffnungslos veraltete Content-Leichen versteckt? Dann sollten Sie sich einmal grundlegende Gedanken über die redaktionelle Pflege ihres Web-Angebotes machen und darüber, ob Ihnen ein Content-Management-System die Arbeit erleichtern kann.


Aktuelle Inhalte steigern die Attraktivität der Website

Nichts wirkt auf Internet-Nutzer so unattraktiv wie ungepflegte Inhalte. Stellen Sie sich vor, Sie kommen selbst auf eine Internet-Seite, die seit dem Jahr 2000 nie verändert wurde. Würden Sie einem solchen Anbieter vertrauen? Mit ihm Geschäfte machen? Bei ihm bestellen? Vermutlich nicht. Schließlich können Sie ja noch nicht einmal mit Bestimmtheit sagen, ob dieser Anbieter überhaupt noch existiert oder ob seine Website nur deswegen noch von einem Provider gehostet wird, weil der Jahresbeitrag bereits bezahlt wurde. Wer kontinuierlich die Inhalte seiner Homepage ändert, demonstriert hingegen E-Business-Bewusstsein und flößt dem potenziellen Kunden dadurch Vertrauen ein.

Inhalte mit Maß und Ziel

In der Hochphase des Internet-Booms proklamierte die New Economy, dass nahezu jeder Online-Händler die Kundenbindung einfach dadurch verstärken kann, dass er seine Kunden mit tagesaktuellen Informationen täglich auf die eigene Website lockt. Heute weiß man, dass diese Strategie nicht wirklich funktioniert. Häufig ist das Misstrauen der Internet-Nutzer zu groß, dass Nachrichten, die ein Anbieter online veröffentlicht, nicht neutral und objektiv sein könnten. Hier verlassen sich die Web-Surfer in der Regel lieber auf unabhängige Quellen wie beispielsweise redaktionelle Web-Angebote.

Doch abgesehen von täglichen News gibt es eine Reihe von Informationen, mit denen Unternehmen den eigenen Online-Auftritt aktuell halten können, beispielsweise zeitlich limitierte Sonderangebote, Firmennachrichten oder auch Stellenangebote. Daneben gilt es, die vorhandenen Informationen - beispielsweise über angebotene Produkte - konstant aktuell zu halten. Auch Bilder, Grafiken oder andere medialen Bestandteile des Internet-Auftritts müssen ab und zu erneuert werden.

Content Management Systeme ersetzen HTML-Kenntnisse

Damit Unternehmen für diese Aufgaben nicht immer für viel Geld die hauseigene Internet-Agentur beschäftigen müssen, setzen immer mehr Firmen sogenannte Content Management Systeme ein, die die Mitarbeiter gänzlich ohne HTML-Kenntnisse quasi wie ein Textverarbeitungsprogramm nutzen können. Dies wird dadurch ermöglicht, dass diese Software-Lösungen - einfach ausgedrückt - die Inhalte von ihrer späteren Erscheinungsform im Web trennen. Der Webauftritt wird also unterteilt in Layout-Vorlagen (sogenannte Templates) und Inhalte wie Texte oder Bilder.

Innerhalb dieser Layout-Vorlagen wird - meist von einer Internet-Agentur - einmalig definiert, an welche Stelle Texte und Bilder gesetzt werden müssen und von da an kann das Content-Management-System eigenständig Texte mit Layout-Vorlagen verknüpfen. Für den Content-Verantwortlichen bedeutet dies, dass er seine Inhalte einfach in eine Datenbankmaske schreiben und anhand von voreingestellten Optionen den späteren Zielort bestimmen muss und das Content-Management-System schaufelt den Inhalt im entsprechenden Website-Layout automatisch an die gewünschte Stelle.

Komfortable Inhalte-Verwaltung

Doch ist dies nicht der einzige Vorteil von Content Management Systemen. Vielmehr unterstützen Sie die Website-Verantwortlichen im gesamten sogenannten "Content Life Cycle" - worunter die Branchenexperten den Inhalte-Lebenszyklus, angefangen von der Recherche über das Erstellen bis hin zur Kontrolle, Freigabe und Archivierung, verstehen. So stellt eine Reihe von Lösungen beispielsweise komfortable Suchwerkzeuge zur Verfügung, mit denen im Archiv oder im Web recherchiert werden kann. Sie regeln Verantwortlichkeiten und stellen sicher, dass nur Personen mit entsprechender Befugnis Inhalte im Web veröffentlichen oder freigeben dürfen und sie können den Publishing-Vorgang automatisieren, indem sie zu einem bestimmten Zeitpunkt bestimmte Informationen - beispielsweise die Sonderangebote der Woche - online stellen oder offline schalten.

Highend-Content Management Systeme erlauben mittlerweile auch das im Fachjargon "Multichanneling" oder "Cross Media Publishing" genannte Publizieren von Inhalten in verschiedenen Medien, wie Internet, Intranet, WAP oder Teletext. Auch wer im Zuge einer Customer Relationship-Offensive (siehe eigenes Kapitel) künftig seinen Besuchern personalisierte Inhalte anbieten möchte oder plant, für seine Inhalte in Zukunft Geld zu verlangen, kann dies durch die Einbindung einer Content Management Lösung sicherstellen. Dadurch, dass diese Lösungen webbasiert funktionieren, können Autoren außerdem standortunabhängig Inhalte einpflegen und verwalten. Das ist gerade für solche Unternehmen von Vorteil, die mehrere Niederlassungen besitzen.

Trau schau wem!

Unternehmen, die die Pflege ihrer Online-Inhalte künftig über ein Content Management System organisieren wollen, stehen bei der Wahl des richtigen Systems allerdings vor keiner leichten Aufgabe. Denn der Markt ist übersät mit Anbietern, die alle von sich proklamieren, die richtige Lösung für jeden Zweck zu besitzen. "Trau schau wem" lautet die Devise für alle Firmen, die sich im Vertrauen auf die Zukunftsfähigkeit der Software für teures Geld für einen Anbieter entscheiden. Welche Funktionalitäten ein Content Management System auf jeden Fall beinhalten sollte, hat das Marktforschungsinstitut Meta Group in einer Umfrage zu analysieren versucht.

Demnach legen Unternehmen ihr Hauptaugenmerk bei der Auswahl darauf, dass sich das System leicht erweitern lässt und einen geringen Einführungsaufwand aufweist (je 87 Prozent), dass der Schulungsaufwand gering und das System skalierbar ist (je 84 Prozent) und dass die Lösung auf eine offene Internet-Technologie setzt (81 Prozent). Ebenfalls wichtig sind dezentrale Pflege sowie Plattform- und Datenbankunabhängigkeit (je 74 Prozent). 69 Prozent der Befragten achten auf die automatische Überwachung der Aktivitäten, 56 Prozent auf ein Qualitätskontrollsystem. XML-Unterstützung halten derzeit dagegen nur vier von zehn Befragten für wichtig.

Als besonders zukunftssicher hat der Münchner HighText-Verlag in einer Studie die Anbieter RedDot, Obtree, Pironet, Scholl und Gauss analysiert. In die Wertung flossen dabei ein die Anzahl der Installationen, die Durchschnittskosten der Implementierung inklusive Lizenz, die Anzahl der Entwickler, die Anzahl der Vertriebsmitarbeiter, der Pro-Kopf-Umsatz im Gesamtunternehmen, der Pro-Kopf-Umsatz nach Implementierung, die Anzahl der Vertriebspartner sowie die Unternehmensgröße nach Umsatz.

Next Steps für den Mittelstand

Unbestrittene Tatsache ist, dass Unternehmen in die Pflege und kontinuierliche Aktualisierung ihres Online-Auftrittes investieren müssen, wenn sie erfolgreich im E-Business-Geschäft teilnehmen müssen. Ob sie dafür allerdings wirklich ein Content Management System brauchen, sollten sie genau prüfen, da es dabei um kein ganz kostengünstiges Unterfangen handelt (die Einzelplatzlizenz fängt bei rund 5.000 Euro an, Investitionen können aber auch in den Millionen-Euro-Bereich gehen). Unsere Checkliste hilft Ihnen dabei, den grundsätzlichen Investitionsbedarf zu klären. Zusätzlich können auch die hauseigenen Internet-Agenturen in der Regel ganz gut abschätzen, ob und wann sich die Implementierung einer solchen Lösung bezahlt machen kann.



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