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Serverbasierende Lösungen

Zentralisierung: Ein Server für alle Fälle


Mitarbeitern zur rechten Zeit am rechten Ort notwendige Informationen zur Verfügung zu stellen, ist mittlerweile zum geschäftskritischen Faktor geworden. Anwendungen müssen kostengünstig, sicher und zuverlässig an jedem Ort, zu jeder Zeit, über jedes Endgerät und jede Art von Netzwerkverbindung gezielt zur Verfügung gestellt werden können. Server Based Computing heißt hier eine Lösung, da alle Unternehmensanwendungen und Daten auf einem zentralen Server gespeichert sind und über unterschiedliche zentrale oder mobile Zugriffsgeräte abgerufen werden können. Ganz nebenbei lassen sich durch Server Based Computing auch erheblich IT-Kosten sparen.


Technisch funktioniert Server Based Computing prinzipiell ganz einfach. Über ein Mehrbenutzer-Betriebssystem können Anwender sich gleichzeitig am Server anmelden und Anwendungen getrennt und sicher benutzen. Damit Netzwerk-Ressourcen geschont werden, benötigt man zusätzlich ein Programm, dass die Applikation von der Benutzerschnittstelle abkoppelt. Beispiele hierfür sind das Remote Desktop Protocol RDP der Windows Terminal Services von Microsoft für alle Windows-Umgebungen oder das von Citrix entwickelte Protokoll, die unabhängige Independent Computing Architecture (ICA). Bei der Bearbeitung erfolgt so keine Übertragung einer Programmlogik. Lediglich Tastatur- und Mauseingaben sowie notwendige Bildschirmaktualisierungen werden übertragen.

Hier liegt der wesentliche Unterschied zu gängigen Client/Server-Umgebungen, bei denen Anwendungen zwar auf einem zentralen Server gespeichert sind, die Verarbeitung aber trotzdem auf den lokalen Clients geschieht. Bei Server Based Computing kann der Desktop, an dem der Nutzer sitzt – drastisch gesprochen – total doof sein. Er muss über keinerlei Festplattenkapazität oder Arbeitsspeicher verfügen. 'Thin Clients' nennen Branchenexperten diese Desktops – im Gegensatz zu 'Fat Clients', mit denen Arbeitsrechner mit vollem Funktionsumfang bezeichnet werden. Bei Anschaffungspreisen ab 200 Euro können Unternehmen hier im Vergleich zu PCs deutlich Hardware-Kosten sparen, vor allem auch deswegen, weil aufgrund reduzierter Funktionalitäten auch nicht ständig neue Desktops angeschafft werden müssen, die technisch auf dem neuesten Stand sind. Darüber hinaus sorgen ein geringer Bandbreitenbedarf und ein reduziertes Datenvolumen für niedrige Übertragungskosten und machen umfangreiche Investitionen in die Netzwerkarchitektur überflüssig.

Auch auf das Software-Budget kann sich SBC positiv auswirken. So können IT-Verantwortliche beispielsweise statt einer Lizenz für jeden einzelnen Mitarbeiter einen Pool von Lizenzen zur simultanen Nutzung kaufen. Da in der Regel nicht alle Angestellten gleichzeitig eine Anwendung nutzen, können hier ebenfalls erhebliche Kosten eingespart werden.

Sicherheit steigt

Doch nicht bei den Anschaffungskosten lässt sich sparen, auch der Support kann effizienter arbeiten, wenn auftretende Probleme nur einmal am Server behoben werden müssen und nicht an jedem einzelnen Desktop. Schon ab 15 Clients, so ermittelte das Marktforschungsinstitut Bloor Research, kann sich hier der Einsatz von SBC mit Thin Clients lohnen. Darüber hinaus erhöht Server Based Computing auch die Ausfallsicherheit – sowohl beim Anwender als auch auf dem Server. Fällt nämlich ein Endgerät aus, kann der Anwender ganz einfach ein anderes nutzen – alle wichtigen Daten oder Anwendungen sind ja zentral auf dem Server gespeichert. Das ist beispielsweise in Call Centern oder bei Check-In-Schaltern ein großer Vorteil. Und auch die Server-Parks können so ausgelegt sein, dass im Falle eines Ausfalls ein anderer Server die Arbeit übernimmt. Angesichts der Tatsache, dass Unternehmen in Europa aufgrund von IT-Ausfällen jährlich fünf Milliarden Euro und 36 Millionen Arbeitsstunden investieren müssen, ergeben sich dank SBC enorme Produktivitätssteigerungen und  Einsparungspotenziale.

Und noch ein Vorteil lässt sich auf den ersten Blick erkennen: Wo keine Anwendungen aufgespielt werden können, ist auch keine Gefahr gegeben, dass eventuell Viren in die Unternehmens-IT eingeschleust oder geschäftskritische Daten kopiert und entwendet werden können. Aktuellen Schätzungen zufolge kostet die Summe aller Vireninfektionen weltweit bis zu 55 Milliarden Dollar. Gerade in dieser Entwicklung sieht das neu gegründete European Thin Client Forum (ETCF), eine gemeinnützige Vereinigung mit dem Ziel, das Leistungsspektrum und den ökonomischen Nutzen von Thin Client-Technologie sowie die Interessen und Ziele der Thin Client Community aktiv zu unterstützen und zu fördern, ein starkes Argument für Server Based Computing (SBC). Wolfgang Wohner, Pressesprecher des ETCF, verdeutlicht: "Einen wirkungsvollen Schutz gegen Viren wird es erst dann geben, wenn Unternehmen von Natur aus sichere Netzwerke mit festplattenfreien Thin Clients einsetzen."

Sanfte Migration vermeidet hohe Investitionen

Natürlich nicht ganz uneigennützig rät das ETCF, in dem Thin Client-Anbieter wie Neoware, Igel Technologies, Affirmative und Es Es IX zusammengeschlossen sind, daher zum frühzeitigen Umstieg auf SBC-Architekturen. Unternehmen mit niedrigen Budgets bietet sich dabei die kostengünstige Option einer sanften Migration: Mithilfe von Steckkarten lassen sich vorhandene Arbeitsplatz-PCs zunächst als sichere Clients ohne externe und interne Laufwerke weiter nutzen, bevor sie sukzessive gegen Thin Clients ausgetauscht werden.

Das Gute beim Umstieg: Der Anbietermarkt ist überschaubar. Als Software-Anbieter hat Citrix nahezu schon eine Monopolstellung im Segment SBC eingenommen: Nach Einschätzung von Forrester Research kontrolliert das Unternehmen rund 78 Prozent des Marktes. Daneben gibt es noch Microsofts Terminal-Dienste, den aus dem Unix-Bereich stammenden SCO-Ableger Tarantella, der auch Windows-Lösungen anbietet oder Wyse Technology. Ein ganz neuer Anbieter in diesem Segment kommt aus Israel – und das die Fachzeitschrift 'Computer Partner' prognostiziert ihm großes Potenzial: Die Software 'Jetro Cockpitz', mit der zum ersten Mal auch Windows-CE-Anwender die Vorteile der serverbasierten Rechnerarchitektur nutzen können soll sich nach ihren Worten 'zu einer ernst zu nehmendem Citrix-Alternative' gemausert haben. Attraktiv erscheine auch der Lizenzpreis, der mit 160 Dollar pro Arbeitsplatz nur etwa ein Drittel so hoch wie eine Citrix-Installation sei. Das zugrunde liegende Betriebssystem ist in den meisten Fällen Windows, doch gewinnt auch das Open-Source-Betriebssystem Linux im Thin Client-Markt zunehmend an Bedeutung. Laut IDC beherrscht Linux bereits jetzt rund 20 Prozent des Marktes – bei zunehmender Bedeutung können Unternehmen auch hier weitere Kosten sparen.

Auch der Markt der Thin Client-Hersteller ist nicht riesig: Zu den wichtigsten zählen hier unter anderem die Gründer des ETCF, darunter Neoware, Igel Technologies, Affirmative und Es Es IX. Aber auch große Computerhersteller wie HP haben Thin Clients im Sortiment. Was bei der Auswahl der richtigen Geräte zu beachten ist, hat der Online-Dienst ZDNet.de zusammengefasst. Demnach sollten die Desktops gängige Thin-Clients-Standards wie Citrix ICA, Microsoft RDP oder Java unterstützten, ausreichende Anschlüsse für Peripheriegeräte haben, ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis sowie eine Garantie bieten, die den  erwarteten Servicelevel stützt oder gar übertrifft.

Zufriedenheit der Mitarbeiter steigt

Die Ängste der IT-Verantwortlichen, die Mitarbeiter könnten verärgert sein, wenn ihre PCs gegen Desktops ohne Festplatte oder Laufwerke ausgetauscht werden, sind laut Anwendererfahrungen unbegründet. Steven Kaplan, Regionalgeschäftsführer des Thin Client-Herstellers Vector, berichtet, dass nach anfänglichen Tumulten viele Angestellte einfach nur froh seien, wenn die Anwendungen problemlos laufen und sie sich nicht mit ihrem zickigen Computer herumärgern müssen. "Thin Clients helfen den Mitarbeitern, sich auf ihre eigentliche Arbeit zu konzentrieren. Wenn dies richtig kommuniziert wird, akzeptieren sie das auch", so sein Statement.

Angesichts all der genannten Vorteile von SCB ist es kein Wunder, dass im insgesamt rückläufigen PC-Markt der Verkauf von Thin Clients steigt. Doch während Citrix schon bei 450 der 500 größten deutschen Unternehmen im Einsatz ist, wie Citrix-Geschäftsführer Karl Heinz Warum erläutert, kratze man im Mittelstand noch 'an der Spitze des Eisbergs'. Doch ist es sicher nur eine Frage der Zeit, bis das bislang wenig populäre Thema SBC auch hier auf Interesse stößt.

Next Steps für den Mittelstand

Wer sich schon heute für Thin Clients und Server Based Computing interessiert, kann eine ganze Reihe von Dienstleistern ansprechen, die sich auf die Implementierung von SBC-Lösungen spezialisiert haben. Hier können sich mittelständische Unternehmen zunächst durchkalkulieren lassen, ob die Umstellung für sie rentabel wäre.

Große Praxisnähe verspricht ein Marketing-Projekt des Pfaffenhofener Thin Client-Herstellers und Distributors Es Es IX, das speziell für den Mittelstand ins Leben gerufen wurde: Eine begehbare Musterfirma lädt IT-Verantwortliche zum 'Reinkommen und Ausprobieren' ein. Dabei findet der Besucher bei seinem Rundgang verschiedene Räumlichkeiten vor, die er aus seinem eigenen Unternehmen kennt: eine Verwaltungszentrale, eine Filiale, einen Heimarbeitsplatz, den mobilen Außendienst sowie die Serverzentrale.

Die Praxisnähe und Anschaulichkeit der 'Musterfirma', die ganz auf SBC-Architekturen basiert, soll durch den  Branchenbezug noch verstärkt werden: Jeder Besucher kann die ihm vertrauten Anwendungen – ob Office-Programme, SAP, Finanzbuchhaltung oder spezielle Branchenanwendungen – mit einem Fachberater individuell testen. Der Schwerpunkt liegt auf Lösungen für Einzelhandel, Arztpraxis/Klinik, Rechtsanwaltskanzlei, Hotel/Gastronomie, Produktion, Logistik, Schule, Behörde, Agentur sowie Bank und Versicherung. Auf diese Weise, so verspricht Es Es IX-Geschäftsführer Engelbert Tretter, kann der Besucher eine funktionierende Gesamtlösung ausprobieren. Dies sei einer der wesentlichen Vorteile gegenüber Messen, auf denen Interessierte sich lediglich einzelne Hard- oder Software-Komponenten präsentieren lassen können.



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