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Radio Frequency Identification (RFID)

RFID: Lückenlose Wertschöpfungskette durch Funkchips


Was in großen Handelshäusern und Logistikkonzernen begann, greift auf immer mehr Branchen und Unternehmen über: Selbst in mittelständischen Forstbetrieben kommt mittlerweile RFID zum Einsatz. Der Siegeszug der kleinen Chips scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein.


Noch dominiert der gute alte Barcode den Markt für automatische Identifikationssysteme. Doch die 1949 entwickelte maschinenlesbare Schrift weist gegenüber Radio Frequency Identification (RFID) gravierende Nachteile auf. Anders als der Barcode funktioniert RFID nämlich auch dann, wenn zwischen Sendegerät ("Transponder")  und Empfänger keine Sichtverbindung besteht. Außerdem kann RFID zur Mehrfacherkennung, der so genannten Pulkerfassung eingesetzt werden. Der kleine Funkchip, der seine Daten über mobile Telekommunikationsnetze an entsprechende Empfänger sendet, speichert deutlich mehr Daten und übermittelt blitzschnell Informationen wie Preis, Hersteller, Mindesthaltbarkeit und Gewicht.


Neue Standards öffnen den Weg zum Massenmarkt

Auf diese Weise ist es möglich, Artikel entlang der gesamten Prozesskette lückenlos zu überwachen, das Lagermanagement zu optimieren, Markenprodukte durch eindeutige Kennzeichnung vor Produktpiraterie zu schützen, Ladenprozesse wie Bezahlung oder Reklamationen zu beschleunigen oder direkt am Point of Sale über Ladenfunk mit dem Konsumenten in Kontakt zu treten.

Dennoch hat der Durchbruch zum Massenmarkt zunächst auf sich warten lassen. "Die meisten Investitionen sind im Bereich der geschlossenen Kreisläufe getätigt worden", erklärt Michael Groß, Geschäftsführer des Systemhauses DABAC mit Sitz im schwäbischen Abstatt. Viele Unternehmen hätten RFID zunächst innerhalb ihrer Unternehmensprozesse getestet, um die Kosten für die Transponder niedrig zu halten. Daher seien oftmals proprietäre Systerme entwickelt worden, die nicht den internationalen Standards entsprächen. Doch die Zeit der Insellösungen ist jetzt vorbei: Mit der Einführung von kostengünstigern Transpondern wuchs die Bereitschaft zu firmenübergreifenden RFID-Projekten und damit das Interesse an Datenstandards.

Vorreiter in Deutschland ist dabei die GS1 Germany (vormals CCG, Centrale für Coorganisation GmbH) mit Sitz in Köln. Die Organisation versteht sich als Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum für unternehmensübergreifende Geschäftsabläufe in der Konsumgüterwirtschaft und ihren angrenzenden Wirtschaftsbereichen. Dahinter stehen der Markenverband als Zusammenschluss der Markenartikel-Industrie und das EuroHandelsinstitut EHI. GS1 Germany ist mit der internationalen Standardisierungsinitiative EPC Global verbunden.


Chancen erkennen, Kostenfallen vermeiden

Für den Mittelstand hat RFID zwei Gesichter. Zulieferer größerer Unternehmen wie Metro oder Otto werden an dem Thema schon deshalb nicht vorbeikommen, weil sie Vorgaben der Konzerne erfüllen müssen. RFID kann aber auch als Chance für die eigene Prozessoptimierung genutzt werden. Damit ist allerdings ein Investitionsaufwand verbunden, der nicht unterschätzt werden darf. Da sind zunächst natürlich die Kosten für die einzelnen Transponder: Der von der Industrie geforderte Ein-Cent-Chip ist noch nicht auf dem Markt verfügbar, auch wenn mit Hochdruck an immer preisgünstigeren Lösungen gearbeitet wird. Zwischen 20 und 40 Cent müssen pro Chip aber immer noch veranschlagt werden. Je nach Beschaffenheit und Materialumgebung – die Einsatzpalette reicht bekanntlich von der wasserfesten Folie bis zum Schlüssel - kann der Preis auch weit darüber liegen. Hinzu kommen Kosten für die Lesegeräte und die komplette Systemintegration.



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